Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Jordanien auf einen Blick - oder darf es doch etwas mehr sein?

Artikel

Das Haschemitische Königreich Jordanien hat nicht nur schöne Reiseziele zu bieten, sondern auch eine interessante Geschichte. Hier erhalten Sie Fakten und Informationen zu Jordanien.

Petra
Die Felsenstadt Petra© Deutsche Botschaft

Der offizielle Name Jordaniens lautet Haschemitisches Königreich Jordanien (arabisch: Al-Mamlaka al-Urduniyya al-Hashimiyya). Bis 1918 gehörte Jordanien zum Osmanischen Reich und schloß sich nach Ende des Ersten Weltkriegs dem unter Emir Faisal aus dem Hause der Haschemiten gegründeten Königreich Syrien an. Großbritannien erreichte 1920 auf der Konferenz von San Remo die Angliederung Jordaniens an das britische Mandatsgebiet Palästina. 1923 entstand dann durch Abtrennung der Gebiete östlich des Jordans das unter britischem Protektorat stehende Emirat Transjordanien. Am 25. Mai 1946 (heutiger Nationalfeiertag) erlosch das britische Mandat und Transjordanien erhielt seine volle Unabhängigkeit.

Das Haschemitische Königreich Jordanien grenzt im Westen an Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete, im Norden an Syrien, im Nordosten an den Irak und im Südosten und Süden an Saudi-Arabien; im Süden verfügt es über 27 km Rotmeerküste mit Aqaba als einzigem Hafen des Landes. Jordanien hat eine Landesfläche von 89.000 qkm (ein Viertel der Fläche Deutschlands bzw. so groß wie Österreich). 80% des Landes sind Wüste (östliche und südliche Landesteile). Das Bergland am Rande des Jordangrabens hat mediterranes, das Jordantal und die Rotmeerküste subtropisches Klima. Es gibt keine Niederschläge von Mai bis September.

Königspaar von Jordanien
König Abdullah II. und Königin Rania von Jordanien© picture-alliance / dpa/dpaweb

Seit dem Tod seines Vaters König Hussein im Jahre 1999 ist Jordaniens Staatsoberhaupt König Abdullah II. bin al-Hussein. Er ist verheiratet mit Königin Rania.

Jordanien hat 9,5 Mio. Einwohner (99,2% Araber, davon geschätzt 50-65% palästinensischer Abstammung; 0,5% Tscherkessen, 0,1% Armenier, 0,1% Türken, 0,1% Kurden). Jordanien ist seit 1947/48 Aufnahmeland für Palästinenser, die überwiegend die jordanische Staatsangehörigkeit bzw. ein Aufenthaltsrecht erhalten haben. Im Zuge des Irakkonflikts haben rd. 200.000 Iraker Aufnahme in Jordanien gefunden. Im Großraum der Hauptstadt Amman leben rund 4 Mio. Einwohner; das entspricht etwa 42 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rund 93% der Bevölkerung sind sunnitische Muslime und 5% Christen.

Der Stand der menschlichen Entwicklung Jordaniens verbessert sich langsam, aber stetig (Jordanien belegt beim Human Development Index 2015 den 80. Rang). Es findet jedoch eine zunehmende Einkommens- und Vermögenskonzentration statt. Die Arbeitslosenquote lag 2015 bei offiziell 13,6 % (versteckte Arbeitslosigkeit ca. 20 – 22 %). Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit (nach Angaben der Weltbank 28,8 % bei den 15-24-Jährigen in 2014) stellt Jordanien vor massive Probleme. Jüngsten Angaben der Weltbank zufolge leben 16 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze (mtl. Pro-Kopf-Einkommen unter 46 Euro), bei einem starkem Gefälle zwischen Stadt und Land. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 74 Jahre und die Alphabetisierungsrate liegt bei über 90%. Etwa 70% der ca, 9,5 Mio. Einwohner sind unter 30 Jahre alt bei einem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum von 2,6% p.a. Dies stellt eine ständige Herausforderung für Bildungs- und Sozialsystem dar. Jährlich drängen ca. 50.000 Jugendliche auf den Arbeitsmarkt, die dieser nicht vollständig aufnehmen kann. Jordanien verfügt über ein Bruttoinlandsprodukt von 33,9 Mrd. Euro (2015) und einem Staatshaushalt von 10,79 Mrd. Euro (2016) bei einem Haushaltsdefizit von mehr als 1,15 Mrd. Euro (2016). Das BIP pro Kopf betrug 2015 rund 3.594 Euro/Jahr.

Jordanien ist zunehmend ein interessantes Reiseland für Touristen aus aller Welt. Die Hauptstadt Amman wird zwar nur von wenigen Touristen bereist, bietet aber durchaus einige interessante Sehenswürdigkeiten und bezaubert durch ihren Charme. Das City Center bietet als Sehenswürdigkeit den Zitadellenhügel mit Bebauungsresten aus römischer und omajadischer Zeit; es gibt ein römisches Theater sowie ein Nymphäum. Außerhalb Ammans sind Jerash (ca. 40 km), Mount Nebo (ca. 20 km), Madaba (ca. 20 km) sowie das Tote Meer (ca. 45 km) einen Besuch wert. Darüber hinaus gehört Petra (250 km) zu den Höhepunkten Jordaniens. Auf dem Weg in den Süden des Landes sind außerdem Orte wie Kerak (90 km) und Shaubak (200 km) sowie das Wadi Mujib und vor allem das atemberaubende Wüstental Wadi Rum sehenswert. Bitte sehen Sie sich auch die

Internetseite des jordanischen Fremdenverkehrsamts

an, die einen sehr guten ersten Eindruck vom Land gibt.

Zu weiteren Themen wie Wirtschaft, Bildung, bilaterale Beziehung in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Kultur haben wir für Sie gesonderte Informationen erstellt, die Sie ebenfalls auf unserer Internetseite finden.

Jordanien - Antike Felsenstadt Petra
Jordanien - Antike Felsenstadt Petra© picture-alliance/ dpa